Schneckenbande


im Schneckentempo mit Dachzelt durch die Welt
 

Sardinien 14.09.2016 - 30.09.2016

Bildergalerie und Film





Reisebericht

Die schönen Erinnerungen an Sardinien 2015 bewegten uns frühzeitig dazu, nochmals einen Urlaub auf der Mittelmeerinsel zu buchen. Diesmal legten wir eine Dauer von 14 Nächten fest, da uns 1 Woche zum Abschalten definitiv nicht ausreichte. Mit den Monaten September und Oktober haben wir eine gute Erfahrung gemacht. Das Wasser ist noch warm genug zum Baden und der Andrang lässt nach. So kann es vorkommen, dass man alleine in einer schnuckeligen Bucht liegt und die Schönheit der Natur in aller Ruhe auf sich wirken lassen kann.  Die Preise für Unterkünfte und in den Restaurants fallen wieder. Die Temperaturen sind nicht mehr drückend heiß, weshalb für die Abendstunden eine leichte Jacke meist empfehlenswert ist. Kurze Zeit nach dem diese Reise feststand haben wir uns für die Anschaffung eines Expeditionsmobils entschieden, daher war der Gedanke mit diesem Fahrzeug Sardinien zu erkunden auch sehr verlockend. Letzten Endes konnten wir mit den Hotelbuchungen dennoch glücklich sein, da unser Reisemobil nach dem ersten Urlaub durch einen Unfall nicht einsatzfähig gewesen wäre.


Mittwoch, 14.09.16 – Donnerstag, 15.09.16 Anreise mit Autofähre der Reederei Moby Lines und erster Tag in Cannigione

Moby Fähre

Wir fassten den Entschluss mit eigenem Auto Sardinien zu besichtigen, was eine Fahrt mit der Fähre unumgänglich macht. Um 8:00 Uhr ging es von Cham in Richtung Livorno, dessen Hafen wir nach circa 11 Stunden erreichten. Trotz überpünktlicher Ankunft, wodurch eine längere Wartezeit nicht zu vermeiden war, fanden wir die Einschiffung bei Moby Lines stressfrei und problemlos. Leider gab es in der Nähe absolut nichts, wo man hingehen hätte können. Einladende Restaurants, Cafés oder auch Einkaufsmöglichkeiten sind Mangelware. Danach suchten wir uns einen geeigneten Schlafplatz auf dem Deck, welcher im Nachhinein schlecht ausgewählt war. Bernhard bekam auf der Liege eine Ladung Wasser ins Gesicht, weshalb wir auf den Boden vor der Bar wechselten. Für diese harte Liegefläche waren wir nicht ausgestattet und wurden nach ungefähr 9 Stunden Überfahrt zeitig vertrieben. Bei der Suche unseres Autos haben wir folgendes nicht bedacht: Bernhard parkte das Auto auf einer Rampe, diese verließen wir auf dem Weg nach unten  durch die Garagentür Nr. 4. Die Verladebühne wurde allerdings hochgefahren, was dazu führte, dass wir nun Garage 5 anlaufen hätten müssen. Nachdem wir dies auch verstanden haben, berührten wir kurze Zeit später sardischen Boden in Olbia.

Spiaggia Mannena

Ein wenig ermattet erreichten wir unser Hotel Stelle Marine in Cannigione, von dem wir letztes Jahr sehr angetan waren, sodass wir uns ein zweites Mal für 7 Nächte einbuchten. Wir wurden schon wie Stammgäste begrüßt, sogar unser Gepäck durften wir schon selbst in unser Zimmer schleppen.  Die Einrichtung war typisch für Sardinien und wahrhaft gemütlich. Rasch begaben wir uns an ein menschenleeres Fleckchen am Hotelstrand Spiaggia Mannena und fingen eine Zeitlang die letzten italienischen Sonnenstrahlen des Tages ein. Anschließend deckten wir uns mit Proviant aus dem bereits gewohnten Supermarkt ein und bummelten durch Cannigione bis uns ein Sturzregen in eine Bar trieb.


Freitag, 16.09.16 Porto Rafael

Santa Rita Porto Rafael Sardinien

Heutiges Ziel war der Spiaggia di Punta Cardinalino in der Nähe vom Capo d’Orso. Zuerst verliefen wir uns in einer Hotelanlage und fanden dann bis auf einen Weg, in dessen Nähe ein Parkplatz nicht zu finden war, keinen weiteren Zugang zu diesem Strand. Also ließen wir es für heute bleiben und fuhren weiter Richtung Palau. Zwischendurch hielten wir spontan bei der Cala lo Stintino. Aus Versehen bewegten wir uns zu weit nördlich, weshalb wir den  Spiaggia dell’Isola dei Gabbiani ansteuerten. Allerdings kehrten wir aufgrund des Ansturms schnell zum eigentlich gewählten Porto Rafael um. Von der winzigen Kirche Santa Rita führte ein gepflegter Weg an die Piazzetta und den Strand. Die schicken weißen Gebäude verleihen dem Ort seinen unverwechselbaren Stil. Wir amüsierten uns über einen Hund, der auf dem Rücken am harten Pflaster schlief.

Spiaggia di Cala Martinella

Nach einer Pause in der Harry's Bar entzückte uns der klitzekleine Spiaggia di Cala Martinella. Die dunkelgrüne Macchia kontrastiert wunderschön mit dem hellen Grün des Meeres. Die Bucht wird von herrlichen Granitfelsen eingerahmt und ein Häuschen befindet sich am Strand. Wir machten Aufnahmen bis uns ein starker Regenschauer überraschte und uns zurück ins Auto trieb. 





Samstag, 17.09.16 Porto Cervo und Spiaggia del Principe

Porto Cervo

Da wir letztes Jahr Porto Cervo im Regen kennen gelernt haben, begaben wir uns nochmals dort hin. Ohne Zweifel präsentierte sich der Urlaubsort im Sonnenschein schöner, dennoch reicht für uns ein Rundgang völlig aus. Danach steuerten wir den Spiaggia del Principe an. In einem 10 minütigen Fußmarsch erreichten wir das türkisfarbene klare Meer. Der Strand war leider so gut besucht, sodass wir kurze später eine Alternative suchten. Wir gingen ein paar Meter in der Nähe der Cala Liccia. Anschließend wollten wir zum Spiaggia del Grande Pevero, sahen es aber nicht ein Parkgebühren zu zahlen und endeten am Strand der Cala Granu. Auf dem Heimweg näherten wir uns noch dem Leuchtturm am Capo Ferro, welchen wir jeden Abend bei einem Mirto im Hotel beäugeln. 


Sonntag, 18.09.16 Arzachena, Aggius und Luras

Berni im Lu Gaffè dal 1930

Da dunkle Wolken den Himmel bedeckten, sahen wir eine Wanderung im Binnenland vor. Kurz nachdem wir in Richtung Monte Limbara gestartet sind, stachen uns einige Rennautos im Format eines Fiat 500 ins Auge. Die Insassen trugen Helme und feuersichere Anzüge. Anlässlich einer Rallye waren manche Straßen gesperrt. Nach einer Besichtigung des Tafoni-Felsen Roccia del Fungo in Arzachena, welcher einem Pilz ähnelt machten wir einen Zwischenstopp an der Nuraghe la Prisgiona. Später bogen wir ab zur Cantina Depperu, diese wir leider nur von außen angucken konnten. Mittlerweile schüttete es wie aus Eimer, sodass wir unseren Plan umwarfen und letztendlich in einer Bar im Bergdorf Aggius landeten. Nach einem kleinen Snack und einem Gläschen Wein beschlossen wir weiter zu ziehen, da der Regen nachließ. Doch kaum standen wir vor der Tür, ging es wieder los. So kehrten wir ins Lokal zurück und probierten noch ein Altbier Munic Craft Beer, der Marduk Brewery. Es wird auf der Insel produziert und auch die Zutaten stammen aus Sardinien. Wegen unserer Neugierde stellte uns der Kellner im Lu Gaffè dal 1930 ein Schälchen mit Hopfen her, um daran riechen zu können. Zum Schluss bekamen wir sogar noch ein Tütchen voll zum Mitnehmen. Eine Flasche kauften wir uns als Andenken.

Lago del Liscia

Auf dem Heimweg suchten wir nach den ältesten Olivenbäumen Olivastri Millenari di Santo Baltolu der Insel. Sie sind ein paar Kilometer von Luras entfernt, am Lago Liscia. Zuerst gingen wir einen Hang hinauf, da wir sie noch nicht gesichtet haben. Oben erwartete uns eine wundervolle Aussicht auf den See. Nachher erblickten wir den Eingang zu den Bäumen. Auf einem Schild stand 2,50 € Eintritt, wegen dem Sauwetter war es hier allerdings menschenleer. Wir hüpften über ein Tor und marschierten einmal um die Sensation herum. Da wir unserem Navi vertraut haben, standen wir vor einer gesperrten Brücke. Wir kehrten um und kamen spät abends im Hotel an.



Montag, 19.09.16 Spiaggia di Punta Cardinalino

Spiaggia di Punta Cardinalino

Da wir Freitags keinen Erfolg hatten, versuchten wir heute erneut an den Spiaggia di Punta Cardinalino zu kommen. Mit einem Parkplatz in der nähe des dorthin führenden Weges begann unser Tag schon einmal wunderbar. Vollgepackt spazierten wir los, vorbei an der Festung von Capo d'Orso und durch matschige Wiesen. Die in üppigem Grün liegende Bucht begrüßte uns mit ihren tollen Farben und klaren Wasser. Wir schnappten uns ein süßes Eck an dem wenig überlaufenen Strand. Beim Planschen meinte Bernhard ein Blatt am Fuß gespürt zu haben. Nach genauerer Betrachtung stellte er fest, dass es sich um einen Rochen handelte, welcher sich nach einem Foto im Sand vergrub. Anfangs hinterfragte er schon die dunklen Flecken am Meeresboden, jetzt wussten wir auch, wer sich darunter verbirgt. Später zog ein Taucher sogar noch einen Kraken an Land. Wir nutzen hier den ganzen Tag, um unsere Seele baumeln zu lassen.


Dienstag, 20.09.16 Inseln Maddalena und Caprera

Spiaggia Cala Brigantina

Die Fähre Maddalena Lines brachte uns samt Auto in 15 Minuten zur Insel Maddalena. Die Überfahrt ab Palau kostete 48,00 € und die Einschiffung verlief ziemlich flott. Über eine Brücke gelangen wir auf die Insel Caprera und schauten am Spiaggia di Cala Garibaldi vorbei. In der Überzeugung, dass es originellere Orte gibt, begaben wir uns in Richtung Spiaggia Cala Brigantina. Zunächst hielten wir an der Festung Poggio Rasu, von dort führte ein steiniger Pfad hinunter zum Strand. Jedenfalls würden wir beim nächsten Mal keine Flip Flops mehr tragen. Am Ende beglückte uns die wenig besuchte, tiefgelegene Bucht mit ihren unglaublichen Farben. Um noch mehr Eindrücke von Caprera zu sammeln, ging es weiter zum Spiaggia del Relitto. Angesichts des Ansturms, stiegen wir gar nicht aus und fuhren zum Spiaggia I due Mari. Bedauerlicherweise war es hier nicht besser, zudem störten der Imbissgeruch und die Sofalounge. Wir begreifen nicht, dass die Natur selbst hier der Menschheit zum Opfer fällt. Den nächsten Stopp legten wir auf der Isola Giardinelli ein, welche über eine kleine Landenge mit der Isola Maddalena verbunden ist. Bei einem Spaziergang trafen wir auf kleine idyllische Strände, abgebrannte Flächen und leider auch etliche Glasflaschen. Nach einem Bummel in der Stadt La Maddalena ließen wir uns zurück nach Palau bringen.  


Mittwoch 21.09.16 Palau, Porto Pozzo und Cala Sambuco

Palau

Mit Vorfreude auf die Pizza, welche uns letztes Jahr begeisterte, brausten wir nach Palau. Zufällig sichteten wir einen Werkzeugladen, indem wir eine selbstsichernde Mutter bekamen, um sicher zu stellen, dass unser Beppe seine Schiffsschraube nicht verliert. Nach dem Mittagessen im Restaurant L’approdo brachen wir nach Porto Pozzo auf. Auf einem Parkplatz beim Hafen entdeckten wir zu unserer Verwunderung einen zum Expeditionsmobil umgebauten Steyr 12m18. Wir sind sehr angetan von diesem Reisefahrzeug, nur ist es unserer Meinung nach für die Wege in dieser Region zu groß. Vielleicht wählten die Reisenden diesen Strand, da man woanders kaum eine Gelegenheit findet, so nah am Meer stehen zu bleiben. Uns hielt hier nichts und wir erreichten die naturbelassene Cala Sambuco über eine Schotterpiste. Auf Empfehlung eines Einheimischen legten wir das letzte Stück zu Fuß zurück. Als wir ankamen, war nur eine Familie mit ihrem Auto anzutreffen, welche hier die Nacht verbringen wollte. Aufgrund des Seegrases war es zum Baden nicht ideal, sodass wir den restlichen Tag auf unserer Decke lagen und die Ruhe genossen. 

 

Donnerstag, 22.09.16 Hotelwechsel, Strände in San Teodoro

Hotel Stelle Marine Cannigione

Nachdem wir in aller Ruhe ausgecheckt haben, nutzten wir am Hotelparkplatz noch die Gelegenheit unsere Drohne zu fliegen. Leider kamen wir noch nicht dazu, uns mit dem Quadrocopter näher zu beschäftigen. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass man mit ein wenig Übung tolle Bilder aufnehmen kann. Mit Vorfreude auf eine weitere wunderschöne Woche, starteten wir Richtung San Teodoro. Nach einer guten Stunde erreichten wir das Paradise Resort Sardegna, dieses auf uns einen sehr schnöseligen Eindruck machte. Unser redseliger Chauffeur schaffte es, Bernhards Pinguin Koffer vom Caddy zu stürzen, während wir zu unsererm Zimmer gebracht wurden. Bis auf einen kleinen Kratzer ist aber nichts passiert.

Spiaggia di Lu Impostu

Über den  Stagno di Catranzolu führte ein hübscher Privatweg, mit Blick auf die Isola Tavolara zum Strand Lu Impostu. In der Nähe von San Teodoro findet man übrigens eine Vielzahl von Lagunen und Seen. Pudriger Sand und ein flacher Zugang ins Meer erwartete uns. Wir bevorzugen Strände ohne Bars, Liegen und Trubel, daher schafft es der Spiaggia di Lu Impostu trotz des azurblauem Meer nicht zu unseren Favoriten. Erst recht trifft dies auf die Cala Brandinchi zu, welche wir später zu Fuß entlang der Küste nach einer halben Stunde erreichten. Diese Bucht war noch viel überfüllter, weshalb wir uns hier nicht länger aufhielten und nun den kürzeren Rückweg von 5 Minuten durchs Grüne wählten. Da sich die Menschenmassen am Lu Impostu mehr verteilten, machten wir uns dort noch einmal breit. Unser erster Tag an der Ostküste Sardiniens ging zu Ende. Schon jetzt waren wir auch von dieser Gegend überwältigt und werden diese in den nächsten Tagen noch genauer erkunden.  

 

Freitag, 23.09.16 Bootsausflug Isola Molara im Meerespark

Isola Molara

Nachdem wir zu Hause erfolglos nach Informationen suchten, ob unser Boot Beppe für das Meer in Sardinien geeignet ist, beschlossen wir es selbst heraus zu finden. Um das ganze schwere Zeug nicht weit schleppen zu müssen, zahlten wir für einen Parkplatz, welcher nah an der Cala Suaraccia – Le Farfalle lag. Da wir nicht wussten, ob sich jemand daran stört, fingen wir verunsichert an aufzubauen. Es gab keinen Grund zur Sorge, im Gegenteil, die Einheimischen waren sogar neugierig auf unser kleines Boot. Wir nahmen Kurs auf die Isola Molara. Bei der Orientierung half uns das IPad mit der App MotionX GPS HD, welche wir oft zur Navigation auch an Land verwenden. Anfangs hatte ich ziemlich Angst vor Bugwellen, diese legte sich bald. Immerhin reduzierten die meisten Fahrer ihre Geschwindigkeit beim Vorbeifahren, da sämtliche Gefährte größer waren als unseres. Wir erreichten das leere Meeresufer, sahen uns um und erfreuten uns an der Stille und dem guten, selbst mitgebrachten Wein. Das angrenzende Gebiet scheint Privatbesitz zu sein, später sahen wir kleine Ziegen laufen, welche von uns durch einen Zaun getrennt waren. Anschließend suchten wir einen weiteren Strand auf, den wir in wenige Minuten anfuhren. Hier bemerkten wir auch nur zwei Menschen. Abends kehrten wir glückstrahlend zurück und freuten uns auf weitere Erlebnisse mit Beppe. 

 

Samstag, 24.09. 16 Zentrum von San Teodoro

San Teodoro

Am Himmel war eine dunkle Wolkendecke zu sehen. Der Tag eignete sich hervorragend für einen Stadtbummel. Zudem ließen wir das Frühstück aus um Mittagessen zu gehen. Zuerst steuerten wir den Stagno di San Teodoro an, in der Hoffnung einen Blick auf die Flamingos werfen zu können. Dummerweise fing es an zu nieseln und die Sicht war eingeschränkt. Dafür deckten wir uns ausreichend mit sardischen Produkten aus dem Supermarkt ein, um den Großteil mit nach Hause zu nehmen. Das etwas ruhiger gelegene Restaurant Da Silvio lud zum Pizzaessen ein. Aufgrund unseres sehr frühzeitigen Besuchs trafen wir auf einen Kellner mit grüner Badehose. Es dauerte aber nicht lange, bis wir von ihm in Arbeitskleidung überaus herzlich bedient wurden. Der Besitzer zeigte uns stolz seine frischen großen Steinpilze. Während der Siesta stoßen wir auf einen kleinen, bisschen merkwürdigen Laden. Der Eigentümer war so freundlich, dass er uns die sardische Musik ein wenig näher brachte. Daraufhin landete eine CD in unserer Einkaufstasche. Sogar eine Schnapsverköstigung bat er uns an und freute sich mit uns ein Stamperl  trinken zu dürfen. Die Früchte stammen angeblich aus seinem eigenen Garten. So nahmen wir noch ein paar Fläschchen mit. Nach einem Glas Wein öffneten auch wieder die Geschäfte, welche wir bis zum Abendessen durchstreiften.

 

Sonntag, 25.09.16 Stagno di San Teodoro und Strände San Teodoro

Spiaggia Isuledda

Wir gaben nicht auf und versuchten erneut auf die Flamingos zu treffen. Beim ersten Halt hatten wir kein Glück. Doch dann bekamen wir sie aus der Ferne zu Gesicht. Mit einem kleinen Boot würde man leichter an sie herankommen. Wir suchten nochmals das Stadtinnere auf, um Briefmarken zu erhalten, diese waren aber immer noch finito. Ein kurzer Blick auf den endlos langen weißen La Cinta Strand reichte aus. Es fand ein wahrer Kampf um die Parkplätze statt und der Lärm war einfach nicht auszuhalten. Als Alternative dazu entschieden wir uns für den ruhigeren Spiaggia Isuledda. Trotz geringem Seegras-Aufkommen und stärkerem Wind ist dieser Strand viel ansehnlicher. Im Anschluss ruhten wir uns bis zum Abendessen am Spiaggia di Porto Ottiolu aus.

 


Montag, 26.09.16 Cala Gonone, Bootsausflug

Cala Goloritzè

Heutiges Ziel waren die Buchten des Nationalsparks Golfo di Orosei und Gennargentu: Cala Fuili, Cala Luna, Cala Sisini, Cala Biriola, Cala Mariolu, Cala dei Gabbiani und Cala Goloritzé. Diese sind mit dem Boot oder über mühsame Wanderwege zu erreichen. Wir reservierten telefonisch ein Gummiboot bei Escursioni Cala Gonone und machten uns auf den Weg. Da wir erst mittags Cala Gonone erreichten, bekamen wir einen Preisnachlass von 20,00 €, somit zahlten wir noch 100,00 € bis 17:30 Uhr. Darüber hinaus sind die Kosten für das verbrauchte Benzin am Ende selbst zu tragen. Nach einer netten Einweisung steuerten wir mit einem 40 PS Boot zuerst die weit entfernteste Cala Goloritzé an. Die Landschaft änderte sich drastisch. Die gewaltige Steilküste und die paradiesisch abgelegenen Badebuchten prägen das Bild. Wegen der hohen Berge hatten wir nicht viel Sonne. Nach einer guten halben Stunde sahen wir die ca. 150 m hohe Felsnadel Aguglia an der türkisblauen Kieselsteinbucht Cala Galoritze. Wir warfen den Anker und genossen den spektakulären Ausblick vom Boot aus.

Cala Mariolu

Später fuhren wir an der Cala Gabbiani vorbei und versuchten an der Cala Mariolu anzulegen. Dabei halfen uns die zwei einzigen Strandbesucher. Da unser Boot den Anschein machte, als würde es gleich umkippen und ständig Wasser hineinspritzte, verließen wir leider nach wenigen Bildern dieses traumhafte Eck. Wir kamen an der Cala Biriola und Cala Sisini vorbei und ankerten ein Stück vor der beeindruckenden Cala Luna in der Nähe der Grotta del Bue Marino. Im Anschluss kehrten wir an den Ausgangspunkt zurück und schlenderten noch durch das Zentrum von Cala Gonone. Bei unserem Auto wurden wir von einem Strafzettel überrascht. Einerseits lachten wir darüber, andererseits ärgerten wir uns, da weit und breit nicht ersichtlich war, weshalb wir ordnungswidrig gehandelt hätten. Die Höhe der Strafe lag bei 41,00 €, da wir allerdings innerhalb weniger Tage bezahlt haben, reduzierte sich dieser Betrag um 30%. Nach einem tollen Tag mit vielen neuen Eindrücken ging es zurück ins Hotel.


Dienstag, 27.09.16 Bootsausflug im Naturschutzgebiet Tavolara Capo Coda Cavallo

Schiffswrack Chrisso

Ein klein wenig Sehnsucht nach unseren Beppe hatten wir ja gestern schon. Deshalb konnten wir nicht anders, als uns heute mit ihm ins nächste Abenteuer zu stürzen. Um bei eventuell drohender Seenot schneller Hilfe zu erlangen, hissten wir unsere kürzlich erworbene sardische Flagge. Vom Porto San Paolo ging es kurz an den Strand der Isola Cavalli. Er besteht aus ockerfarbenem, rosa und grauem Sand.  Danach näherten wir uns der Isola Piana, welche wir aber aufgrund der Störenfriede nicht anfuhren und das Schiffswrack Chrisso aufsuchten. Dann ging es weiter zur Isola Tavolara, an deren Hafen wir anlegten und uns ein Glas Wein im Restaurant La Corona gönnten. Wir überquerten die Landzunge Spalmatore di Terra in Richtung Isola dei Porri. Dutzende Möwen belagerten die klitzekleine Insel, natürlich nur so lange bis wir ihren Platz einnahmen.

Landzunge Splatmatore di Terra

Als einzige Besucher drehten wir eine Runde und stoßen auf viele Federn, Vogeldreck, Knochen, aber auch auf ein Gebiss. Wir sind uns noch unschlüssig von wem das Kauwerkzeug stammte. Trotz alledem finden wir den Ort, aufgrund seiner verschwindenden Größe und Ruhe besonders. Bernhard erhöhte die Insel um einen Stein und schon mussten wir Abschied nehmen, da sich unser Beppe selbständig machte. Da uns die Isola Piana immer noch reizte, wollten wir diese noch abklappern. Versehentlich umkurvten wir die Isolotto Rosso. Zusätzlich fuhren wir auch noch zum zweiten Mal die Isola Cavalli an, anstatt die Isola Piana. Das bemerkten wir aber erst einige Minuten später, als ich das gleiche Motiv wie Vormittags fotografieren wollte. Langsam wurde es dämmrig und wir traten den Rückweg an.


Mittwoch, 28.09.16 Budoni, Sant'Anna und Spiaggia di Porto Ainu

Pinien in Budoni

Am vorletzten Tag ging die Reise nach Budoni, wo wir als Erstes in einem Floristikgeschäft Töpfe kauften und unseren Strafzettel auf der Post beglichen. Nächstes Ziel ist der lange, weiße Budoni Strand mit feinen Sanddünen. Parken ist in der Nebensaison kostenlos. Es gibt auch schöne Wohnmobilstellplätze, für die man nicht bezahlen muss. Der Wind wehte uns um die Ohren als wir zum Lagunensee Stagno di Santa Ana liefen. Von dort ging ein Weg am Pinienwald vorbei und führte uns zum Spiaggia di Porto Ainu. Danach drehten wir um, vergnügten uns unter den Schirmpinien und betrachteten die dicken Zapfen. Die Gegend unterscheidet sich sehr von unseren bisherigen Orten in Sardinien. Zur späteren Stunde machten wir uns es noch am windstilleren Hotelstrand gemütlich.


Donnerstag, 29.09.16 Bootsfahrt ab Porto Istana und Abreise

Spiaggia del Dottore Olbia

Um die volle Pracht Sardiniens am letzten Tag noch ganz und gar ausnutzen zu können, buchten wir die Abfahrt mit der Fähre um 22:00 Uhr. Das Wetter war herrlich und wir fuhren nach dem Auschecken den Spiaggia di Porto Istana an. Idealerweise stoßen wir auf einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Strand, um einwandfrei mit unserem Boot Beppe ins Wasser zu gelangen. Nach nun mehreren Fahrten, waren wir perfekt aufeinander eingespielt und konnten alsbald das Festland verlassen. Wir nahmen Kurs auf die kleinen Buchten links des Strandes Porto Istana. Heute war es möglich die Nordwestseite der Isola Tavolara zu beäugeln. Wir fuhren am Spiaggia Lauretta vorbei und legten dann am Spiaggia Sas Enas Appara an. Er soll auch zu Fuß in einigen Minuten erreichbar sein. Uns überraschte, wie wenig Menschen sich dort aufhielten. Denn wie wir selbst feststellten, ist für viele Leute auch kein Weg zu weit, um an ein ruhigeres Plätzchen zu kommen. Der Spiaggia Sas Enas Appara besticht durch seine Naturbelassenheit und faszinierenden Farben.

Spiaggia del Dottore Olbia

Im Anschluss erreichten wir den Spiaggia del Dottore, auch dieser soll zu Fuß erreichbar sein. Im ersten Augenblick wirkte dieser ziemlich privat. Außer einem Pärchen, welches aber auch nach ein paar Minuten ging, war weit und breit niemand zu sehen. Die restliche Zeit des Tages verbrachten wir hier und genossen alleine die karibisch anmutende Schönheit. Der Spiaggia del Dottore bietet: flach abfallenden Strand, feinen hellen Sand, viele kleine Muscheln, farbige Steine, ungestörte Zweisamkeit, atemberaubenden Ausblick, türkis schimmerndes Wasser, wild wuchernde Macchia. Wir fingen die letzten sardischen Sonnenstrahlen ein und begriffen, dass wir in ein paar Stunden weg von diesem traumhaften Örtchen sein werden. Danach kehrten wir zum Ausgangspunkt zurück und packten alles wieder ins Auto. Zum Abschluss aßen wir eine hervorragende Holzofenpizza beim Restaurant Flinstone’s in Porto San Paolo. Die Einschiffung in Olbia erfolgte überraschend schnell, dafür suchten wir im Innenbereich ewig nach einem geeigneten Plätzchen zum Schlafen. Wie sich in der Nacht herausstellte wäre ein anderes Deck vielleicht besser gewesen. Ein alter dicker Mann schnarchte dermaßen laut, dass sogar andere Passagiere klatschten und genervt waren. Nichts desto trotz kamen wir erholt und glücklich in Livorno an. Beim Verlassen der Stadt staute es sich anfangs sehr, danach kamen wir aber ohne große Verzögerungen zu Hause an.  


Spiaggia del Dottore

 

 

Fazit:

Insgesamt verbrachten wir nun 3 Wochen auf der bewundernswerten Insel im Mittelmeer und konnten viele bleibende Eindrücke mitnehmen. Die Küsten sind sehr abwechlungsreich. So findet man im Nordosten kleine Buchten, die von Granitfelsen eingerahmt sind. In Richtung Osten erscheinen endlos lange Karibikstrände oder gewaltiges Kalkmassiv, welches fast senkrecht ins Meer abstürzt. Das Wasser ist überall klar und sauber. Wir können uns sehr gut vorstellen und haben es auch vor, Sardinien mit einem geländegängigen, nicht allzu großen Reisemobil zu erkunden. Zudem spart man sich den ständigen Rückweg zur Unterkunft und kann am nächsten Tag vom Übernachtungsplatz zum nächsten Ort fahren. Unser Boot Beppe (siehe Equipment) hat sich in Sardinien bestens bewährt. Höchstwahrscheinlich werden wir in den nächsten Jahren die Süd- und Westseite in Angriff nehmen. Wir freuen uns !


Hotels:

Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Stelle Marine ist unschlagbar. In 500 Meter Entfernung liegt der tolle, ruhige Hotelstrand Spiaggia Mannena. Das Personal, vorallem beim Abendessen ist sehr aufmerksam und freundlich. Die Zimmer im sardischen Stil sind sehr gemütlich.
Das Paradise Resort Sardegna ist teurer. Dies wird vorallem deutlich an den Getränken, wir zahlten im Stelle Marine für ein Stamperl Mirto 3,00 € und in diesem 9,00 €. Zum weißen Hotelstrand mit azurblauem Wasser führt ein reizender Weg über einen See. Der Empfang beim ersten Dinner ließ zu wünschen übrig. Wir fühlten uns verloren und niemand erklärte uns den Ablauf. Die moderne und schicke Art des Hotels war nicht so unser Ding. Ansonsten war das Essen in beiden Hotels wirklich gut, auch in Sachen Sauberkeit gibt es absolut nichts zu bemängeln.

 

San Teodoro Tavolara
„Sardinien ist ein Land von majestätischer Größe, Herbheit und Ruhe, in welchem ein jeder den Weg zu sich selber findet, wenn er will"

 

René Gardi

 


 

 

 
E-Mail
Anruf
Karte
Infos
Instagram