Schneckenbande

im Schneckentempo mit Dachzelt durch die Welt
 

Schweiz und Ligurien mit dem Wohnmobil und Baby 24.12.19-05.01.20


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Reisebericht

Unser erstes Weihnachten und Silvester als kleine Familie wollten wir zu dritt in Italien verbringen. Weg vom jährlichen Weihnachtsstress in Deutschland. Kurzfristig entschieden wir uns dazu einen Kastenwagen anzuschaffen, da sich das Reisen mit unserer kleinen Tochter so einfacher gestaltet als mit unserem Dachzelt und doch sehr kleinen Dacia Duster. Vor allem in Hinblick auf unsere bevorstehende Elternzeit in Sardinien bringt dieser für einen zwei monatigen Aufenthalt doch einige Vorteile. So kontaktierte Bernhard im Umkreis ansässige Wohnmobilhändler mit der Bitte uns ein Angebot für den günstigsten Van zu machen. Beim familiengeführten Unternehmen Steigerwaldmobile in Rauhenebrach haben wir dann unser Wohnmobil Lumi abgeholt, danach erstmal nur geputzt, einen Gaswarner eingebaut und eingeräumt um schnellstmöglich zu starten.

24.12.2019 Abfahrt nach Ascona am Lago Maggiore in der Schweiz

Weihnachten im Wohnmobil

Eigentlich wollten wir schon viel eher los, aber mit unserer kleinen Maus dauert doch alles ein bisschen länger. So sind wir mittags noch schnell zum Baumarkt gedüst, um die Gasflaschen zu tauschen und machten uns danach auf den Weg in Richtung Schweiz. Irgendwie wollten wir Heilig Abend trotzdem nicht irgendwo am Straßenrand verbringen und bemühten uns deshalb noch den Ort Ascona zu erreichen. Er ist der tiefst gelegene in der Schweiz. Dies war uns noch gut gelungen, sodass wir im Ristorante Al Maestrale noch Essen gehen konnten. Natürlich haben wir schon gehört, dass die Schweiz teuer ist. Aber eine Pizza zwischen 10 und 25 Euro schockierte uns dann doch. Zusätzlich haben sie uns bei der Anreise auch noch geblitzt.  Später fanden wir über Park4Night einen Stellplatz mit Ausblick auf den See.


25.12.2019 Ascona

Wir haben super gut geschlafen. Sia Mara teilweise in ihrem Reisebett aber auch bei uns. Wir machten die Türe auf, schauten hinaus und waren einfach nur froh von zu Hause weg zu sein. Direkt neben uns war ein Wasserfall, der Ausblick auf den See mit den dahinterliegenden Bergen, welche eine weiße Haube auf hatten war wunderschön. Zudem waren wir sehr positiv vom angenehmen Klima und der warmen Sonnenstrahlen überrascht. Das nutzten wir später bei einem Spaziergang gleich aus. Nachher kehrten wir in ein Café ein und schauten uns ein wenig im Zentrum um. In der Pizzeria Oldrati aßen wir noch und blieben auf einem Parkplatz in der Nähe von unserem gestrigen Stellplatz.

26.12.2019 Von Ascona über Cannero Riviera an die ligurische Küste

Nach einer weiteren ruhigen Nacht fuhren wir über die italienische Grenze und kehrten im Ort Cannero Riviera ein. Hier machten wir uns ein Mittagessen und gingen danach ein wenig rum. Nach einem Espresso im Ristorante Magnolia ging es die meiste Zeit auf der mautpflichtigen Autobahn nach Ligurien. An einer Tankstelle konnten wir noch kostenfrei Wasser befüllen und Grauwasser und Toilette entleeren. Unser Zielort war Noli. Doch bei Genua staute es sich brutal. Da es schon so spät war beschlossen wir nach Genua zu fahren und dort Essen zu gehen. Hier lief zwar der Verkehr aber es war wahnsinnig viel los. Es stresste schon sehr einen Parkplatz in der Hauptstadt zu finden. Die Restaurantsuche war auch nicht viel einfacher. Anschließend fuhren wir an der staufreien Küste entlang und blieben spät nachts auf einem Kaufhaus Parkplatz in Vado Ligure.

27.12.2019 Von Vado Ligure nach Noli 

Morgens deckten wir uns mit Lebensmittel vom Coop Superstore um die Ecke ein. Im Anschluss ging es in die kleine hübsche Ortschaft Noli an der Küste. Hier fühlten wir uns wohl. Erst einmal ging es vor zum Strand. Später haben wir unser Auto auf einen Parkplatz beim Strand abgestellt und sind durch die Gässchen von Noli spazierten bis wir im hervorragenden Restaurant Ponte Antico Pizza aßen. Auch die Bedienungen waren überaus aufmerksam und freundlich.

28.12.2019 Noli und Verezzi

Morgens machten wir uns nocheinmal auf dem Weg ins Zentrum von Noli und besorgten uns unter anderem ein Dinkelbrot. Auf einer Bank an der Strandpromenade machten wir Brotzeit. Dann warteten wir auf unsere Freunde Birgit und Roland aus Österreich. Sie erlebten die ligurische Küste während ihrer Radtouren. Bald mussten sie auch schon wieder den Rückweg antreten. Als wir im Wohnmobil saßen, klopfte es an der Tür. Uns fragten Polizisten, ob wir denn bitte umparkten könnten, da das Fahrzeug zu lang für die eingezeichneten Parkplätze wäre. Sie schilderten uns sogar den Weg zu einem passenden kostenlosen Parkplatz. So machten wir uns auf die Suche nach einem schöneren Stellplatz für heute Nacht und landeten glücklicherweise in Verezzi. Auf dem Schotterplatz hatten wir einen tollen Ausblick auf das Meer und Pietra Ligure. In wenigen Schritten erreichten wir das Zentrum des kleinen Dorfes. Im Restaurant Antica Società 1893 aßen wir zu Abend. 

29.12.2019 Verezzi

Bei Sonnenschein marschierten wir Richtung Gorra. Nach einer Weile drehten wir um und gingen über den Parkplatz Via della Chiesa zu den alten Waschhäusern (Lavatoi Storici). Anschließend ging es noch ein Stück bergauf und wir erreichten die Andachtsstätte Santa Maria Maddalena, die Kirche San Martino und die Osteria Bar Rosa dei Venti. Hier gönnten wir uns bei einem grandiosen Ausblick ein Gläschen. Hernach verließen wir den gemütlichen Platz und gingen den kinderwagenuntauglichen Weg wieder zurück. Das Zentrum durchstreiften wir nochmal bei Tageslicht. Auf der Piazza Sant’Agostino war zu unserer Überraschung viel los. Im Antica Società kehrten wir auf einen Kaffee ein und blieben dort auch gleich zum Abendessen. Auf dem gleichen Stellplatz wie gestern legten wir uns schlafen.

30.12.2019 Cervo

Uns zog es weiter. In Pietra Ligure fingen wir an nach Gas zu suchen. Auf einem Parkplatz in Albenga wollte uns ein italienischer Urlauber weiterhelfen. Er führte für uns Telefonate mit Händler. Doch so einfach war es nicht, da wir nur deutsche Gasflaschen hatten. Glücklicherweise haben wir jemanden gefunden, der uns nicht ganz legal mit einem Adapter unsere Flaschen an seinem Gas-LKW befüllt hat. Endlich erreichten wir das wunderschöne Küstenstädtchen Cervo. Die Altstadt liegt auf einem Bergsporn und hat ihren ursprünglichen mittelalterlichen Charakter bewahrt. Aufgrund der engen steilen Gässchen ist Cervo fast autofrei. Nicht umsonst gehört es zur Vereinigung I borghi più belli d’Italia. Das Zentrum haben wir uns für morgen vorgenommen. Deshalb vertraten wir uns die Füße an der Strandpromenade. Auf einem Parkplatz, zwischen vielen italienischen Wohnmobilen in San Bartolomeo al Mare mit Ausblick auf Cervo kochten wir uns abends was Gesundes.

31.12.2019 Silvester in Cervo

Cervo

Von unserem Stellplatz machten wir uns auf dem Weg ins Zentrum von Cervo. Da nur verwinkelte Treppenwege durch die Altstadt führen gingen wir mit dem Kinderwagen eine Serpentinenstraße und kamen dann so von oben rein. Im süß hergerichteten Café Ariel genossen wir den Ausblick. Die letzten Sonnenstrahlen fingen wir noch in der Locanda Bellavista ein. Von der Piazza Al Castello ging es hinunter. Dann erschien die Chiesa di San Giovanni Battista. Eine wunderschöne Terrasse breitet sich vor der Kirche aus. Nach dem Sonnenuntergang und einem netten Gespräch mit der Familie, welche dort eine Bar betreibt, gingen wir zurück zum Wohnmobil. In der Pizzeria A Veggia Baracca haben wir für spät abends noch einen Tisch reservieren können. So ging es nochmal nach Cervo um dort einen schönen Silvesterabend zu verbringen. Unser Goldbrassen Filet al Forno mit Kartoffeln war hervorragend. Ein Tiramisu gabs auch noch. Um Mitternacht wollten wir wieder zurück beim Auto sein. Das wurde beinahe knapp, da ich meinen Schal und Bernhard den Autoschlüssel liegen haben lassen. Dies fiel uns aber erst auf halber Strecke auf und so rannten wir zurück. Gott sei Dank waren die Besitzer noch da. Da Sia Mara noch wach war standen wir pünktlich draußen und warteten auf ein Feuerwerk über Cervo. Doch wir hörten es nur irgendwo ein bisschen krachen. Naja ist ja auch gut so, vor allem für die Umwelt. Komischerweise war von den vielen Wohnmobilen eh nur ein Mann mit uns draußen. Verzogen uns aber dann alle vier schnell wieder ins Wohnmobil. Buon anno!

01.01.2020 Von Cervo über Riva Ligure nach Dolceacqua

Dolceacqua

Wir fuhren an der Küste Richtung Westen. In Riva Ligure aßen wir kurz eine Pizza an der Strandpromenade, um draußen noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen. Anschließend erreichten wir voller Vorfreude das kleine Dorf Dolceacqua, welches an einer Biegung des Flusses Nervia liegt. Unterhalb des Castello dei Doria (Dolceacqua) besticht der ältere Ortsteil Terra. Ein Spaziergang erwies sich wie eine Reise durch die Vergangenheit. Zahlreiche Stützbögen überspannen die mittelalterlichen engen Gassen. Teilweise sind Passagen auch ganz überbaut. Die Bauweise schützte zum einen vor der Sonne aber auch vor Feinde. In den rustikal renovierten Steinhäusern befinden sich heute überwiegend B&Bs. Am anderen Ufer entstand das neue Stadtviertel Borgo. Die sehenswerte, Mitte des 13. Jahrhunderts erbaute Brücke Ponte Vecchio di Dolceacqua überspannt in einem einzigen Bogen den Fluss. Im neueren Stadtteil genossen wir nochmals den Anblick auf das altromantische Dorf bei Abendstimmung. Der nette Besitzer von der Bar California Di Morscio Mariella bot uns ein Glas Wein aus seiner eigenen Produktion an. der Umgebung von Dolceacqua wird auch der einzig nennenswerte DOC-Rotwein Liguriens angebaut – der Rossese di Dolceacqua. Im Ristorante La Rampa aßen wir sehr gute gesündere Kamut Pizza. Kamut ist eine Produktbezeichnung für Khorasan-Weizen aus biologischem Anbau. Der mittelalterliche Charme wurde durch zwei Lagerfeuer mitten in der Stadt untermalt. Geschlafen haben wir bei einem großen Parkplatz neben der Altstadt.

02.01.2020 Apricale

Apricale

Wir verabschiedeten uns von Dolceacqua und fuhren durch Isolabona. Auf schmalen Straßen bewegten wir uns noch wenige Kilometer landeinwärts bis uns wegen der unglaublichen Lage des Ortes Apricale die Münder offen stehen blieben. Im Merdanzo-Tal stapelt sich das Dorf einen Felssporn hinauf. Wir parkten unser Auto und ließen die Ruhe im Hinterland auf uns wirken. Die typischen Carugi (enge Gässchen) ließen wir heute aus. Außerhalb des Ortskerns war es wärmer und mit Kinderwagen einfacher. Mittags gönnten wir uns Pasta im sonnendurchfluteten Restaurant Mari e Monti mit herrlichem Ausblick. Nachmittags ging es dann wieder an die Küste, wo wir in Ospedaletti einen kurzen Halt einlegten und an der Strandpromenade verweilten. Da wir uns für morgen nochmals mit Birgit und Roland verabredet haben, machten wir uns auf dem Weg in den bekannten Ort Noli. Um die verkehrsreichen Küstenstädte zu umgehen, wählten wir die Autobahn. Nachdem wir uns einen Parkplatz für die Nacht gesucht haben, freuten wir uns die Pizza im Ponte Antico zum zweiten Mal zu probieren.

03.01.2020 Von Noli in die Schweiz

Vormittags schlenderten wir nochmals durch das Örtchen Noli und probierten eine Focaccia. Zum Mittagessen trafen wir uns dann mit Birgit und Roland. Doch dann mussten wir uns eh schon wieder von unseren Freunden und auch von Ligurien trennen. Nach kurzer Zeit auf der Autobahn kamen wir bei Genua auch schon wieder in einen Stau. Kurz vor der Schweizer Grenze erfuhren wir, dass wir in wenigen Metern eine Vignette benötigen. Unserer Meinung nach war es nirgends vorher ersichtlich. Dann wollten wir bei einer Tankstelle eine kaufen, dort sagte man uns aber wiederum die nächste Möglichkeit sei in dem nächsten Ort. Irgendwie hätte man aber dann die Autobahn verlassen müssen, so fuhren wir blöderweise einfach weiter. Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz in Bad Ragaz in der Schweiz.

04.01.2020 Von der Schweiz nach Hause

Die letzten Kilometer reisten wir so schnell wie möglich ab und erreichen am späten Nachmittag unser Haus. 

Fazit

Es war ein wunderschönes Weihnachten und ein toller Start ins neue Jahr als frische kleine Familie. Wir waren von den herrlichen Temperaturen echt überrascht. Jeden Tag schien die Sonne und wir hatten um die 15 Grad. Je nach Wolken und Wind konnte man zwischendrin auch kurzärmlig gehen. Die Orte waren wieder einmal super ausgewählt und die Stellplatzsuche stellte überhaupt kein Problem dar. Es waren wirklich tolle Örtchen dabei. Durch die Weihnachtsdeko wirkten manche Städte nicht mehr allzu authentisch. An der Küste war einiges los, da viele Italiener aber auch Deutsche dort Urlaub gemacht haben. Ebenso waren viele Radfahrer unterwegs. Irgendwie war es aber schön, dass man sich in diesen Monaten draußen aufhalten konnte und es ein wenig belebt war. Bei uns zu Hause geht kein Schwein vor die Türe. Unsere Tochter Sia Mara, welche im Juni 2019 auf die Welt gekommen war, hat den Urlaub wieder einmal genossen. Jeden Tag etwas Neues zu sehen, gefällt ihr sehr, da es sonst zu langweilig wird. Nachts hatten wir für sie ein Reisebett aufgestellt, um sie nicht durchgehend bei uns zu haben. Allerdings mussten wir hierzu bei der Sitzgruppe den Tisch weg bauen. Leider stillte ich zu dieser Zeit nicht mehr voll. So mussten wir zum Beispiel die Fläschchen auskochen, was wirklich zeitaufwendig war. Auch unser Gasvorrat von 2 x 5 kg hielt deswegen nur 6 Tage. Aber natürlich haben wir wegen ihr unter anderem auch mehr geheizt. In Restaurants haben wir immer selbstverständlich kochendes Wasser erhalten. Nächstes Mal werden wir sicherlich auch daran denken, dass unsere deutschen Gasflaschen weder getauscht und befüllt werden können (außer ein Italiener macht es unter der Hand). Wir sind froh darüber uns den Kastenwagen angeschafft zu haben. Es erleichtert den Alltag mit Baby. Ein paar Mängel am Fahrzeug haben wir zwar bereits festgestellt. Trotzdem sehen wir keinen Grund mehr Geld für solch ein Wohnmobil auszugeben. Das ein oder andere werden wir selbst noch ergänzen oder verbessern. 



 
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